Zero Waste
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8 Fragen zum Unverpackt Einkaufen

8 Fragen zum Unverpackt Einkaufen

Immer wieder bekomme ich aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis den Eindruck, dass Zero Waste als sehr spannend und erstrebenswert empfunden wird, aber viele nicht wissen, wie sie das ganze angehen sollen oder einfach sehr unsicher sind. Hier also ein paar typische Fragen, die man sich stellt (erarbeitet mit meinem Papa 😉 ) und die Antworten darauf.

1. Wo bekomme ich Dinge unverpackt?

Das kann eine durchaus schwierige Frage sein. Falls du in einer größeren Stadt wohnst, ist es inzwischen recht wahrscheinlich, dass es dort einen Unverpackt Laden gibt. Dort bekommt man in der Regel trockene Lebensmittel sehr gut – so wie Nudeln, Reis, Gewürze, Tee, Süßigkeiten – aber auch Öle und Essig, Eier, Milchprodukte und auch eine kleinere Auswahl an Obst und Gemüse. Bei uns in Darmstadt gibt es auch eine kleine Auswahl an Käse und Würsten. Aber das Sortiment variiert von Laden zu Laden, also schau vielleicht vorher mal vorbei und entdecke das Angebot.

Wenn es um Obst und Gemüse geht, empfehle ich auf den Markt zu gehen. Aber auch in Supermärkten kann man vieles unverpackt finden (vielleicht nicht unbedingt bei Aldi, aber beispielsweise bei Rewe oder Edeka).

Fleisch kaufen wir beim Metzger. Dort haben wir einfach freundlich nachgefragt, ob er uns die Wurst in die Dose geben kann. Das geht übrigens auch mit Hackfleisch oder Fleischstücken, alles kein Problem. Außerdem holen wir auch oft Eier dort. Aber auch an Frischetheken im Supermarkt kann man durchaus erfolgreich sein. Leider habe ich hier die Erfahrung gemacht, dass sich die Verkäufer oft noch sträuben, oder das Gekaufte an der Kasse nochmals gewogen werden muss und deshalb nicht in eine Dose gegeben werden kann (Warum kennt eigentlich kaum ein Kassierer Tara?).

Käse bekommt man entweder an Frischetheken, wenn man Glück hat im Unverpackt Laden oder auf dem Markt. Wir hatten sogar mal einen Käseladen hier in Darmstadt, aber der hat leider zugemacht. Solche Läden sterben leider mehr und mehr aus.

Bei Fisch sieht es ähnlich aus, wie bei Käse: Frischetheke, Markt oder in einem speziellen kleinen Laden.

Übrigens: Edeka testet gerade in einigen Filialen ein Mehrwegsystem für Wurst- und Käsetheken. Dabei bekommt der Kunde das Gekaufte in Pfanddosen, die er beim nächsten Mal einfach zurückgeben kann. Hoffentlich gibt es sowas bald bundesweit!

Eier bekommt man ebenso gut auf dem Markt, beim Metzger oder sogar in einzelnen Supermärkten lose. Dort muss man an der Kasse nur erklären, dass das ein eigener Karton ist. Wenn die Verkäufer den Karton nicht kennen, verwirrt sie das manchmal ziemlich 😛 .

Milchprodukte wie Sahne, Milch, Buttermilch und Joghurt und manchmal sogar Quark gibt es im Pfandglas zu kaufen. Oft bekommt man sowas bei Tegut oder auch bei Rewe oder Edeka.

Wenn es um Brot oder Brötchen geht, dann kann man quasi zu jedem Bäcker gehen und sich das ungeschnittene (wichtig!) Brot in einen eigenen Stoffbeutel oder ein großes Tuch geben lassen. Brötchen gehen auch. Allerdings sollte man hier beachten, dass diese (und auch das Brot) dann über die Theke gereicht werden, man sie also selbst einpacken muss – wahrscheinlich aus Hygienegründen.

Bei trockenen Gütern, wie Nudeln und Reis kannst du, falls es keinen Unverpackt Laden in deiner Nähe gibt, auch auf Alternativen zurückgreifen, die in Papier verpackt sind. Das ist nicht optimal, aber ein Anfang. Es gibt beispielsweise Zucker, Mehl, Nudeln oder Haferflocken in Papier. Oder du kannst besonders große Mengen kaufen, wie beispielsweise einen großen Sack Reis aus dem Asiamarkt.

Wasser trinken wir nur noch aus der Leitung. Falls wir mal etwas mit Sprudel wollen, haben wir einen Sodastream. Die Kartuschen kann man bei DM oder anderen Drogeriemärkten gegen neue eintauschen lassen. Die alten werden dann wieder befüllt.

Bei Säften, Bier oder anderen Getränken setzen wir auf Glas, wenn es geht am besten auf Mehrweg (Umweltbundesamt – Mehrwegflaschen). Im Zweifel ist Glas aber immer noch besser als Plastik, da es nahezu verlustfrei recycelt werden kann.

Viele andere Lebensmittel gibt es außerdem im Glas: Senf, Oliven, eingelegtes Gemüse, Mais, Saucen und Dips und sogar Thunfisch! Da musst du dich einfach mal ein bisschen umschauen –  das findest du mit der Zeit heraus. Aber gute Anlaufstellen sind meiner Meinung nach Alnatura und Tegut.

Hygieneartikel kann man oft selbst machen oder online kaufen. Aber auch bei DM gibt es schon loses Shampoo und natürlich solche Allrounder wie Kernseife. Außerdem gibt es dort Taschentücher in einer reinen Papierverpackung (Karton) und Wattestäbchen aus Papier (leider in einer Verpackung mit kleinem Plastikfenster). Selbst machen kann man beispielsweise Deo, Zahnpasta, Cremes und sogar Haarspray.

Wenn dich außerdem Alternativen für herkömmliche Produkte interessieren, dann schau mal hier: 8 alltägliche Dinge für die es Zero Waste Alternativen gibt und hier: 25+ Nachhaltige Produkte für weniger Müll

2. Wie fange ich an?

Die Antwort darauf ist recht einfach: Vorbereitung ist alles! Das gilt nicht nur für’s erste Mal, wird mit der Zeit aber einfacher. Hier eine kleine Checkliste, die du vor jedem Einkauf abarbeiten solltest:

  1. Mache eine Einkaufsliste (am besten ausgehend von einem Essensplan für die Woche).
  2. Überlege dir Läden, in denen du die Dinge lose bekommen kannst. Dazu kannst du dir diese Karte angucken: Unverpackt einkaufen: Alle Läden
  3. Suche dir Tüten, Gläser, Dosen, alles was du benutzen kannst zusammen. Für den Einkauf in einem Unverpackt Laden können außerdem ein Edding und ein Trichter nicht falsch sein.

3. Was muss ich beachten, wenn ich in normalen Läden unverpackt einkaufen will?

Immer freundlich sein, fragen und auch mal die Hintergründe erklären. Oftmals hört man ein: “Das ist aber eine gute Idee.” oder ein “Sie haben recht. Was wir für einen Müll hinterlassen!”. Oft sind die Leute auf deiner Seite und wollen dir dann sehr gerne helfen. Und wenn etwas mal nicht so klappt, dann ärgere dich nicht zu sehr. Man muss sich Stück für Stück vorkämpfen. Außerdem bleibt einem immer noch ein kurzes Gespräch mit dem man vielleicht bei jemand anderem auch was bewirken kann.

4. Wie funktioniert der Einkauf in einem Unverpackt Laden?

Das ist eigentlich ganz leicht. Zuerst nimmst du alle deine Behälter und wiegst sie. Dazu stellst du sie auf die Waage, die es in jedem Laden gibt, das Gewicht wird angezeigt und du schreibst es am besten mit einem Edding unter das Glas. Dann sieht man es später nicht, wenn das Glas zu Hause im Regal steht. Der Edding geht mit der Zeit ab, also immer mal wieder nachschauen bei zukünftigen Einkäufen, ob man das Geschriebene noch lesen kann. Dazu solltest du einen eigenen Stift dabei haben, denn oft kommen noch Zettel aus der Waage, die man dann auf die Gläser kleben kann.

Danach gehst du deine Einkaufsliste durch und füllst die entsprechenden Sachen in deine Behälter ab. Vorteil des eigenen Edding: Du kannst mit auf’s Glas schreiben, was du eingefüllt hast. Beim Abfüllen kann es auch hilfreich sein, wenn du einen Trichter dabei hast. Denn gerade wenn man alte Schraubgläser verwendet (was ich am besten finde), dann haben diese oft recht kleine Öffnungen im Vergleich zu den Spendern. Ein Trichter sorgt dafür, dass nichts daneben geht. Ich kenne es zwar aus meinem lokalen Unverpackt Laden, dass immer Trichter vorhanden sind, aber man weiß ja nie.

Falls man nicht genügend Behälter oder keine passenden Behälter hat, kann man oft auch welche im Laden kaufen. Hier im Unverpackt Darmstadt gibt es auch eine Kisten in der Kunden überflüssige Gläser für andere Kunden hinterlassen können.

Übrigens: Keine Angst vor solchen Dingen, wie Abfüllen von Ölen oder Flüssigwaschmittel. Wenn du die Mechanismen noch nie benutzt hast (und die können von Laden zu Laden durchaus verschieden sein), ist es klar, dass du am Anfang etwas irritiert bist. Frage einfach nach und du bekommst geholfen 😉 .

Ich kenne von Ölen und Essig beispielsweise einen Verschluss, dessen Öffnung man erst nach unten über die Flasche drehen muss und dann vorne aufschrauben, damit auch etwas raus kommt. Außerdem muss man die Behälter, wenn sie fast leer sind, etwas nach vorne kippen.

Waschmittel, Putzmittel und Spüli kenne ich in großen Plastikbehältern mit einem Pumpmechanismus. Man hält das Behältnis darunter (am besten ein durchsichtiges, damit man den Füllgrad erkennt) und pumpt die Flüssigkeit in das Gefäß.

5. Was gibt es alles in einem Unverpackt Laden?

Das Sortiment variiert von Laden zu Laden. Es macht also Sinn sich vorher zu informieren, vielleicht sogar mal vorbei zu gehen und sich anzuschauen, was es alles gibt. Üblich sind beispielsweise Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Couscous, Gewürze, Kräuter, Tee, Kaffee, Nüsse, Backzutaten, Müsli, Trockenfrüchte, Eier, Milchprodukte, Weingummi, Snacks aber auch Seifen, Shampoo, Zahnputztabletten, Bambuszahnbürsten und natürlich auch Obst und Gemüse.

6. Warum ist unverpackt einkaufen teurer?

Ja, in Unverpackt Läden einkaufen ist teurer als zu Aldi zu gehen und manchmal selbst als zu Edeka zu gehen, das stimmt! Das liegt daran, dass man sehr hochwertige Produkte bekommt. Die Produkte sind natürlich unverpackt, meistens Bio und zu einem großen Teil auch noch regional (und damit meine ich wirklich regional, nicht den weiten Begriff, wie die Supermärkte das gerne definieren). Außerdem unterstützt du mit deinem Einkauf die lokale Wirtschaft.

Es gibt also viele Gründe und ich finde jeden einzelnen davon gut. Ob man es sich leisten kann und möchte so einzukaufen, ist jedem selbst überlassen. Aber ich finden durch Zero Waste kann man an vielen anderen Stellen so viel Geld einsparen, dass man sich durchaus überlegen kann das an anderer Stelle zu reinvestieren 🙂 .

7. Gibt es auch andere Läden mit Spendern?

Ja, es gibt auch kleine Bioläden, die ein paar Spender aufgestellt haben. Um diese in deiner Nähe zu finden musst du dich entweder selbst auf die Suche begeben oder wieder die Karte benutzen: Unverpackt einkaufen: Alle Läden

8. Was mache ich unterwegs?

Wenn du unterwegs bist solltest du immer ein paar Dinge dabei haben – für spontane Einkäufe. Für sowas eignen sich natürlich am besten Stofftüten und kleine Beutel in die du Lebensmittel abfüllen kannst. Die passen auch in jede Handtasche und jeden Rucksack.

Wenn du viel mit dem Auto unterwegs bist, dann könntest du dir einen Korb oder eine Kiste in den Kofferraum stellen, in denen du immer ein paar Grundlegende Dinge hast, um einzukaufen: Ein paar Stoffbeutel und kleinere Beute für unverpackte Lebensmittel, ein paar Gläser, ein Eierkarton.

Am besten ist es aber, denke ich, wenn du deinen Wocheneinkauf planst und dann einmal die Woche alles einkaufst, was du brauchst. So wirst du nicht zu Spontankäufen verleitet, behältst besser den Überblick und spart dadurch Geld.

Im Urlaub solltest du dich vorher informieren, ob es in der Näher Unverpackt Läden, Läden mit Spendern, Märkte oder kleine Geschäfte gibt, bei denen du Dinge lose kaufen kannst. Da du nicht beliebig viel mitschleppen kannst, würde ich dir ein paar Stoffbeutel und Gemüsenetze empfehlen. Lass dich aber nicht zu sehr runterziehen, wenn du es im Urlaub nicht wie zu Hause machen kannst! Wenn du normalerweise deine Mandelmilch selbst machst, aber in der Ferienwohnung keinen Mixer hast, dann gestaltet sich das halt schwierig.

Aber auch hier ist Planung alles und du kannst dir vorher Alternativen überlegen und Wege finden, nicht ganz so viel Müll zu hinterlassen.

 

Ich hoffe ich konnte dir gute Anhaltspunkte liefern und hoffe du bist motiviert anzufangen und fühlst dich besser vorbereitet. Außerdem könnte dich vielleicht interessieren: 

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Wie immer gilt: Schreib mit gerne bei weiteren Ideen oder wenn du Hilfe brauchst. Bis zum nächsten Mal

– Sarah

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Kategorie: Zero Waste

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Hi, ich bin Sarah. Ich mag gutes Essen, meinen kleinen Kräutergarten, Eulen und minimalistisches Design. Auf meinem Blog schreibe ich über Minimalismus und Zero Waste und gebe Tipps wie man Müll vermeiden und seinen Konsum nachhaltiger gestalten kann.

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