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Die Bilanz von Stofftaschen­tüchern im Vergleich

So ökologisch sind die Alternativen aus Stoff

Die Bilanz von Stofftaschen­tüchern im Vergleich

Ich hatte ja schonmal darüber geschrieben, wie viel Wasser und Energie herkömmliche Papiertaschentücher gegenüber Stofftaschentüchern verbrauchen. Allerdings habe ich ein paar Komponenten ausgelassen. Diese will ich in diesem Post noch in die Bilanz mit aufnehmen.

Den Post von damals Sind Alternativen aus Stoff ökologisch sinnvoll empfehle ich dir auch, denn teilweise übernehme ich Annahmen und baue auf diesem auf. Wenn du Lust auf noch mehr Content dieser Art hast, dann lass mir einen Kommentar dar. Außerdem würde mich deine Meinung zu der ganzen Thematik Mehrweg vs. Einweg interessieren.

Was ich mir also diesmal außerdem angeguckt habe sind Lieferwege und Transport sowohl des fertigen Produkts als auch der Rohstoffe. Außerdem geht es auch um die Rohstoffe selbst, die zur Fertigung benötigt werden. Energie und Wasservbrauch habe ich mir schon angeguckt, aber möchte das auch nochmal bezogen auf unterschiedliche Resourcen tun. Interessant sind außerdem die CO2-Emissionen. Zudem wurde sich gewünscht, dass ich mir die Auswirkungen auf Wälder und Boden der verschiedenen Rohstoffe angucke.

Wir wollen uns vier unterschiedliche Rohstoffe genauer angucken. Zum einen wird für das Fertigen von Papiertaschentüchern entweder Papier aus neuen Rohstoffen oder Recyclingpapier verwendet. Für Stofftaschentücher entweder herkömmliche Baumwolle oder Bio-Baumwolle.

Eigentlich wollte ich auch noch Leinen mit aufnehmen, aber zu diesem Stoff konnte ich kaum Informationen finden. Wenn du irgendwelche Infos hast, wie es mit Emissionen in der Produktion, Wasser- oder Energieverbrauch aussieht, dann melde dich gerne.

Vorweg noch ein paar Begriffsdefinitionen. Bei dem hier aufgeführten Wasser handelt es sich um virtuelles Wasser und bei der Energie (Wh oder kWh) um graue Energie.

Virtuelles Wasser: “Mit virtuellem bzw. latentem Wasser wird die Wassermenge bezeichnet, die nach einer umfassenden Bilanz als insgesamt tatsächlich für die Herstellung eines Produkts anfiel.”.

Graue Energie: “Als graue Energie wird die Energiemenge bezeichnet, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird. Dabei werden auch alle Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung berücksichtigt und der Energieeinsatz aller angewandten Produktionsprozesse addiert.”.

Im Folgenden werden wir uns den Verbrauch der Rohstoffe und weitere Aspekte einzeln angucken und später diese runtergerechnet auf die Menge von Taschentüchern nach Wasser- und Energieverbrauch sowie CO2-Emissionen vergleichen.

Papier

Papier ist der “Standard” wenn es um Hygieneprodukte wie Toilettenpapier und eben auch Taschentücher geht. Neues Papier wird in der Regel aus Holz gefertigt (95% davon). Dieses Holz stammt hier in Deutschland zum größten Teil aus Finnland und Schweden und zu kleineren Teilen aus Kanada und Brasilien wo Ur- und Regenwälder dafür abgeholzt werden. 248kg Papier verbraucht jeder Deutsche im Jahr, 10% davon sind Hygienepapiere (also knapp 25kg).

Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen

Besonders im brasilianischen Regenwald wird viel Rodung betrieben, an der auch die Papierindustrie eine große Schuld trägt. Eukalyptusplantagen liefern die Faser, die zur Produktion von Papier verwendet werden und nehmen so wertvolle Fläche ein, auf der sonst Lebensmittel angebaut werden könnten. So wird an anderer Stelle wieder Wald gerodet, um Platz dafür zu schaffen. Das Belastet die Menschen vor Ort, da die Plantagen auf der anderen Seite nur wenige Arbeitsplätze schaffen.

Durch die Abholzung der Wälder werden zudem die Lebensräume der dort lebenden Tierarten bedroht. Und da es sich bei den Eukalyptusplantagen um Monokulturen handelt, werden die Pflanzen mit vielen Pestiziden gespritzt. Diese wiederum geraten ins Wasser und den Boden und belasten so die gesamte Region.

Transport und Lieferwege

Deutschland importiert 80% des Zellstoffest (davon ein sehr großer Teil Holz), der zur Papierherstellung benötigt wird. Da dieses wie schon erwähnt nicht nur aus der EU, sondern auch aus Amerika kommt, fallen teils enorme Lieferwege an. Die meisten Rohstoffe stammen aber wie gesagt aus Europa und haben somit einen vergleichsweise kurzen Lieferweg.

Wasser-, Energie- und Rohstoffbedarf

Um neues Papier herzustellen (aus sogenannten Primärfasern) werden pro Kilogramm benötigt:

  1. 50L Wasser
  2. 5kWh Energie
  3. 1,1kg CO2
  4. 2,2kg Holz

Chemikalieneinsatz

Die Papierherstellung ist mit vielen Chemikalien verbunden. Auch wenn die klassische Chlorbleiche schon seit den 80er Jahren in Deutschland verboten ist, werden wie bereits erwähnt schon beim Anbau Pestizide eingesetzt. Ein Kilogramm Papier aus Primärfasern (neu hergestelltes Papier) enthält 15g CSB (steht hier allgemein für die Menge an Schadstoffen).

Bilanz

Ein Papiertaschentuch wiegt im Schnitt 2,6g. Genau dafür berechnen wir jetzt wie viel Wasser, Energie und CO2 benötigt werden, den Zahlen zu speziell Tachentüchern konnte ich nicht finden. Der Verbrauch für ein Taschentuch und den Jahresverbrauch pro Kopf an Papiertaschentüchern sind in der folgenden Tabelle aufgelistet. Dabei setzte ich einen überschlagenen Jahresverbrauch von 1460 Papiertaschentüchern voraus (4 Stück am Tag).

Verbrauch 1 Papiertaschentuch Verbrauch pro Jahr pro Kopf
Wasserbedarf 0,13 Liter 190 Liter
Energiebedarf 13 Wh 18980 Wh
CO2 Emissionen 2,9 g 4234 g

Recyclingpapier

Nicht nur neu hergestelltes Papier, sondern auch besonders Recyclingpapier kann und wird hier in Deutschland zu Herstellung von Hygienepapieren verwendet. Allgemein liegt der Anteil an Altpapier in Papierprodukten bei 75%. Altpapier kann dabei bis zu sechs Mal wieder verwendet werden. Danach wäre das Papier durch die wiederholte Verarbeitung und den immer steigenden Anteil von anderen Stoffen nicht mehr belastbar genug.

Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen

An den negativen Auswirkungen für Mensch, Tier und Umwelt ist Recyclingpapier natürlich auch indirekt mit beteiligt. Nichtsdestotrotz wird es aus bereits vorhandenen Rohstoffen hergestellt, weshalb die Schäden an der Umwelt, der Tierwelt und die Nachteile für den Menschen mit jeder Nutzung von Recyclingpapier weniger schwer wiegen, als wenn man Papier aus Primärfasern verwenden würde.

Transport und Lieferwege

Zu den Transportwegen konnte ich leider ähnlich wie für Papier keine konkreten Zahlen finden. Man kann aber annehmen, dass die Emissionen durch den Transport bei Recyclingpapier wesentlich geringer sind, als bei Papier aus Primärfasern. Das schließe ich daraus, dass Altpapier regional gesammelt und zumindest hier in Deutschland weiterverarbeitet wird (ich schätze es verhält sich hier ähnlich wie beim Altglasrecycling). Dadurch fallen nur recht kurze Wege an, wenn man das mit den Importen von Holz aus Brasilien oder auch Skandinavien vergleicht.

Wasser-, Energie- und Rohstoffbedarf

Was den Bedarf an Ressourcen angeht, ist Recyclingpapier wesentlich sparsamer. Für ein Kilogramm Papier aus Sekundärfasern (Altpapier) werden benötigt:

  1. 15L Wasser
  2. 2kWh Energie
  3. 0,9kg CO2
  4. 1,2kg Altpapier

Chemikalieneinsatz

Auch der Anteil an Chemikalien im fertigen Recyclingpapier ist geringer als in neu hergestelltem Papier. Er liegt pro Kilogramm bei 3g CSB.

Bilanz

Auch hier gehen wir wieder von einem Papiertaschentuch aus, das 2,6g wiegt und einem Jahresverbrauch pro Kopf von 1460 Taschentüchern. Die Bilanz zeigt dir die folgende Tabelle.

Verbrauch 1 Papiertaschentuch Verbrauch pro Jahr pro Kopf
Wasserbedarf 0,039 Liter 57 Liter
Energiebedarf 5,2 Wh 7592 Wh
CO2 Emissionen 2,3 g 3358 g

Recyclingpapier erkennen

Besonders bei Hygienepapieren solltest du also zu Recyclingpapier greifen, da diese nach nur einmaliger Verwendung weggeworfen werden. Außerdem spricht natürlich die Bilanz, die ich berechnet habe, ganz klar für Recyclingpapier. Halte also am besten nach dem Siegel Blauer Engel Ausschau. Nur Papiere, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind, sind wirklich ressourcenschonend. In der nächsten Grafik wird gezeigt, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit ein Produkt dieses Siegel erhalten kann.

Infografik zum Blauen Engel
Quelle: www.blauer-engel.de

Baumwolle

Baumwolle ist ein beliebter Stoff, nicht nur wenn es um Kleidung geht. Und warum auch nicht, sie ist vegan und biologisch Abbaubar. Dafür gibt es also schonmal Pluspunkte. Leider aber ist die Baumwolle an sich eigentlich eine ziemliche Umweltsünde. Das habe ich mir auch schon in meinem Post Wie nachhaltig ist Bio-Baumwolle? angeguckt. Den kannst du dir gerne mal durchlesen, falls du dich noch genauer mit dem Thema beschäftigen willst. Ich werden das hier recht kurz machen.

Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen

Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt beim konventionellen Anbau von Baumwolle sind immens und verheerend. Durch den enormen Wasserverbrauch werden lokale Gewässer angezapft. Außerdem wird genetisch verändertes Saatgut verwendet, wodurch die Pflanzen nicht wiederstandsfähig sind, mit Pestiziden gespritzt werden müssen und diese natürlich in den Boden gelangen. Dadurch werden nicht nur die Farmer krank, sondern auch Menschen in den Regionen, wo die Baumwolle angebaut wird. Außerdem erfolgt der Anbau in Monokultur und auch Dinge wie Kinderarbeit sind leider keine Seltenheit. Für Mensch und Umwelt also eine ziemliche Katastrophe.

Transport und Lieferwege

Baumwolle produziert enorm viel CO2 in der Herstellung und im Vertrieb. Ganze 1,8 Tonnen CO2 kommen auf 1 Tonne Baumwolle. Und das liegt zu einem sehr großen Teil an den langen Liefer- und Transportwegen. Da Baumwolle ein bestimmtes Klima braucht, wird diese nämlich in Ländern wie Indien, China oder den USA angebaut.

Wasser-, Energie- und Rohstoffbedarf

Konventionell hergestellte Baumwolle braucht eine enorme Menge an Ressourcen. Für ein Kilogramm Baumwolle werden im Durchschnitt benötigt:

  1. 11.000 Liter Wasser
  2. 11,92 kWh Energie
  3. 1,8 Kilogramm CO2
  4. 1,1 Kilogramm Baumwolle

Chemikalieneinsatz

Große Mengen an Pestiziden und Entlaubungsmitteln werden bei herkömmlicher Baumwolle eingesetzt und verbleiben zum Teil auch nachher noch im fertigen Stoff. Außerdem werden in der weiteren Verarbeitung nicht selten giftige Färbe- und Bleichmittel eingesetzt, die wir dann später direkt auf der Haut tragen. Das ist durchaus bedenklich.

Bilanz

Wie auch schon im Post Sind Alternativen aus Stoff ökologisch sinnvoll? nehmen wir für Stofftaschentücher aus Baumwolle ein Gewicht von 11g zur Grundlage (wofür wiederum 12,1g Baumwolle benötigt werden). In der Tabelle habe ich den Verbauch eines Stofftaschentuchs in der Herstellung und nach einem Jahr, inklusive der nötigen Waschgänge, errechnet.

Für die Berechnung der Waschgänge orientiere ich mich an meinem alten Post. Folgendes legen wir zugrunde:

  • 26 Waschgänge im Jahr
  • eine Vollast der Maschine von 7kg (ein Taschentuch macht also nur 0,16% an der Gesamtbeladung aus)
  • gewaschen wird bei 60°C
  • ein Wasserverbrauch von 72 Litern
  • ein Energieverbrauch von 1,5kWh
  • und 530g CO2-Emissionen pro Waschgang

Damit kommen wir für ein einzelnes Stofftaschentuch auf einen Wasserverbrauch von 0,115 Litern, einen Energieverbrauch von 0,0024kWh und 0,85g CO2-Emissionen pro Waschgang.

Verbrauch 1 Stofftaschentuch Verbrauch pro Jahr pro Kopf
Wasserbedarf 133 Liter 136 Liter
Energiebedarf 144 Wh 206 Wh
CO2 Emissionen 22 g 44 g

Bio-Baumwolle

Bio-Baumwolle schneidet da schon besser ab. Viele Umweltauswirkungen die es bei der koonventionellen Baumwolle gibt, fallen hier einfach Weg, weil sie natürlich angebaut wird.

Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen

Bio-Baumwolle wird nicht in Monokultur angebaut, sondern es wird die Fruchtfolge beachtet. Außerdem werden Schädlinge natürlich bekämpft. Dadurch wird der Boden nicht verunreinigt und kann seine Nährstoffe regenerieren. Auch die Menschen profitieren davon, da sie nicht durch Pestizide vergiftet werden.

Transport und Lieferwege

Bio-Baumwolle muss auch in warmen, feuchtigkeitsarmen Regionen angebaut werden. Aber oft achten Hersteller, die Bio-Baumwolle verwenden darauf, dass diese aus Europa kommmt. Und die Transportwege von Spanien oder der Türkei hier her sind bei weiterm nicht so lang wie bei normaler Baumwolle im Durchschnitt.

Wasser-, Energie- und Rohstoffbedarf

Gegenüber normaler Baumwolle ist Bio-Baumwolle viel sparsamer, was den Verbrauch von Ressourcen angeht. Für ein Kilogramm Bio-Baumwolle werden im Durchschnitt benötigt:

  1. 6.600 Liter Wasser
  2. 2kWh Energie
  3. 1,1 Kilogramm CO2
  4. 1,1 Kilogramm Baumwolle

Chemikalieneinsatz

Es werden bei Bio-Baumwolle keine Pestizide verwendet und auch keine Enlaubungsmittel. Somit ist die Chemie alleine im Anbau schonmal stark reduziert.

Bilanz

Auch hier gehen wir von 11g für ein Stofftaschentuch aus, genau wie bei der herkömmlichen Baumwolle (also auch hier 12,2g an Rohstoff). In der nachfolgenden Tabelle findest du dann den Verbrauch für ein Stofftaschentuch in der Herstellung und über ein Jahr hinweg (inklusive Waschgänge).

Auch hier haben wir natürlich einen Wasserverbrauch von 0,115 Litern, einen Energieverbrauch von 0,0024kWh und 0,85g CO2-Emissionen pro Waschgang und 26 Waschgänge.

Verbrauch 1 Stofftaschentuch Verbrauch pro Jahr pro Kopf
Wasserbedarf 80 Liter 83 Liter
Energiebedarf 24 Wh 87 Wh
CO2 Emissionen 13 g 35 g

Bio-Baumwolle erkennen

Dazu kannst du dir gerne den Post Wie nachhaltig ist Bio-Baumwolle?, da habe ich am Ende ein paar Infos reingepackt, worauf man bei Bio-Baumwolle achten sollte.

Der direkte Vergleich

Zuerst mal der direkte Vergleich von einem Taschentuch zum anderen. Was machen die unterschiedlichen Rohstoffe bei einem Taschentuch an Emissionen, Wasser- und Energieverbrauch aus? Eine Übersicht findest du in der nachfolgenden Tabelle.

Papier Recyclingpapier Baumwolle Bio-Baumwolle
Wasserbedarf 0,13 Liter 0,039 Liter 133 Liter 80 Liter
Energiebedarf 13 Wh 5,2 Wh 144 Wh 24 Wh
CO2 Emissionen 2,9 g 2,3 g 22 g 13 g

Deutlich wird das auch nochmal in dem nachfolgenden Diagramm. Baumwolle und selbst Bio-Baumwolle sind bei der Herstellung nur eines Taschentuchs sehr viel umweltschädlicher als Papier und Recyclingpapier. Wenn du mit der Maus über die Balken fährst oder draufklickst, bekommst du weitere Informationen angezeigt.

Allerdings ist das bei Einwegprodukten oft so. Was sie so umweltschädlich und Mehrwegprodukte hingegen so umweltfreundlich macht, zeigt sich erst bei der Nutzung über einen langen Zeitraum. Im Folgenden findest du du drei interaktive Diagramme, je eins für den Wasserverbrauch, eins für den Energieverbrauch und eins für die CO2-Emissionen, der jeweiligen Rohstoffe.

Beim den CO2-Emissionen fällt sofort auf, dass Baumwolle und Bio-Baumwolle schon nach ein paar Jahren unschlagbar sind. Denn in der Produktion von Stofftaschentüchern fällt zwar erstmal mehr CO2 an, das wird aber durch das Nicht-immer-wieder-neu-kaufen sehr schnell kompensiert.

Beim Energieverbauch ergibt sich ein ähnliches Bild. Allerdings ist hier auffällig, dass sich Recyclingpapier wesentlich besser schlägt als herkömmliches Papier. Es spart deutlich mehr als die Hälfte der Energie ein.

Beim Wasser sind die großen Verlierer Taschentücher aus normalem Papier. Alle anderen Rohstoffe schlagen sich vergleichsweise gut. Die Baumwolle überholt Papier nach geschätzt 11 bis 12 Jahren, Bio-Baumwolle ist ab dem circa achten Jahr wasserärmer. Besonders wasserarm sind Recyclingtaschentücher, selbst wenn die Bio-Baumwolle sich nach sehr vielen Jahren dann irgendwann doch rentiert.

Die genauen Daten, etwas ausführlicher gerechnet, kannst du dir im Folgenden auch nochmal als Excel-Sheet runterladen.

Die Bilanz von Stofftaschentüchern

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man sagen, dass es durchaus sinnvoll ist Mehrwegprodukte zu kaufen. Wenn es um Textilien geht, sollte aber unbedingt zur Bio-Baumwolle gegriffen werden und das vor allem wegen dem niederigeren Wasserverbrauch. Aber auch hier spielen die kürzeren Transportwege, der Verzicht auf Pestizide und andere Chemikalien, der bessere Arbeiterschutz und die Erhaltung der Flora und Fauna, der Böden und Gewässer zusätzlich mit rein. Das sind alles Faktoren, die man beachten sollte.

Wenn du es wirklich gut machen willst, dass versuche ein paar alte Taschentücher von deinen Großeltern oder secondhand zu ergattern. Denn hier kann man den Wasser- und den Energieverbrauch, sowie die CO2-Emissionen für die Herstellung komplett rausrechnen.

Ein Punkt, der mir erst später klar geworden ist und der die Statistik weiter beeinflussen könnte: Stofftaschentücher kommen nur einmal in einer Verpackung, Papiertaschentücher sind meist in 10er Packungen in Plastik eingepackt, welches natürlich auch hergestellt werden muss. Dadurch kommen pro Taschentuch auch nochmal Verbrauch und Emissionen für die Verpackung oben drauf.

Auch dieses Mal war es wieder spannend zu sehen, wie sich die Zahlen über die Jahre entwickeln und wie sich Mehrweg bezahlt macht.

Allerdings möchte ich hier nochmal erwähnen, dass dieser Post keine wissenschaftliche Arbeit ist und auch nicht den Anspruch erhebt vollständig oder in allem korrekt zu sein. Er soll lediglich mit Zahlen untermauern, was eigentlich bekannt ist: Wegwerfprodukte sind umweltschädlich und man sollte lieber auf Mehrweg setzen. Selbst wenn das am Anfang mehr kostet (sowohl Geld als auch Rohstoffe), macht es sich am Ende in der Regel bezahlt.

Gibt mir gerne Feedback, was du von dem Post hältst und welche Themen dich sonst noch interessieren würden oder welche Rohstoffe oder Alltagsprodukte ich mir noch angucken soll. Wenn du dich noch weiter über Nachhaltigkeit informieren willst, dann schau mal hier:

Wie nachhaltig ist Bio-Baumwolle?

Die Vorteile von Glas gegenüber Plastik

Mein ökologischer Fußabdruck in Punkten

Dann bis zum nächsten Mal.

- Sarah

 

Hier kannst du dich weiter informieren

  1. Wikipedia: Papier
  2. Umweltbundesamt: Altpapier
  3. Umweltbundesamt: Papier - Wald und Klima schützen
  4. Der Blaue Engel
  5. nachhaltig-sein.info: Wie die Zukunft der Wälder mit dem Papierverbrauch zusammenhängt
  6. Stromauskunft: CO2-Emissionen
Autor Sarah Lettmann

Sarah Lettmann

Hi, ich bin Sarah. Hier auf MinimalWaste schreibe ich über Zero Waste und Minimalismus und gebe Tipps wie man sein Leben nachhaltiger gestalten kann. Mehr über Sarah Lettmann.