Zum Hauptinhalt

Planetary Health Diet: Die richtige Ernährung fürs Klima

Wie die richtige Ernährung für uns und unseren Planeten aussieht

Planetary Health Diet: Die richtige Ernährung fürs Klima

Wenn es um das Klima geht, dann können wir viele Dinge tun, um unseren CO2 Fußabdruck möglichst klein zu halten. Eine Stellschraube ist die Ernährung, vor allem weniger Fleisch lautet die Devise. Aber wie viel weniger muss es wirklich sein und ist vegan die ideale Lösung? Die Antworten darauf liefert und die Planetary Health Diet.

Wofür steht Planetary Health?

2019 brachte die EAT-Lancet Commission ein Papier heraus, in dem die Bedeutung unserer Ernährung für uns und den Planeten erörtert wird. Und momentan stehen wir nicht all zu gut da. Wir essen zu viele verarbeitet Lebensmittel mit viel Zucker, Salz und Fett und zu viele tierische Produkte, die sich in großen Mengen nicht nur negativ auf unsere Gesundheit, sondern auch auf die des Planeten auswirken.

Zudem sind wir nicht wirklich gut darin, die Flächen, die für Landwirtschaft benötigt werden, effizient zu nutzen. Viel Nahrung geht in der Kette von Produktion, Verarbeitung und Vertrieb verloren und schafft es gar nicht erst in den Supermarkt. Aber auch der Konsument an sich wirft viel zu viel Lebensmittel weg. Dem muss entgegen gewirkt werden.

Bei der Ernährung, die die EAT-Lancet Commission empfiehl werden solchen Faktoren wie unsere Gesundheit, aber auch der Klimawandel, die Auswirkungen auf das Süßwasser, die Biodiversität, die chemische Verunreinigung von Wasser und Böden und natürlich das Klima berücksichtigt. Es geht darum die ideale Ernährung für uns und unseren Planeten zu finden, damit wir langfristig eine Chance haben lange auf ihm leben zu können.

Es wird in dem Report ein umfassender Bericht vorgestellt wie eine Transformation des Lebensmittel-Sektors vollzogen werden kann. Auf diese ganzen Punkte möchte ich jetzt aber nicht im Detail eingehen, dass würde den Rahmen sprengen. Bei inteteresse kannst du dir das Papier aber gerne mal ansehen, ich habe es unten verlinkt.

Welche Auswirkungen hat unsere Ernährung auf das Klima?

Die Agrarindustrie ist für 30% der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und für 70% der Nutzung von Süßwasser. Das ist eine Menge und somit ist auch klar, dass wir Mensch und Natur unter einen Hut bekommen müssen. Ziel des Reports ist deshalb nicht nur eine Richtlinie für eine gesunde Ernährung zu schaffen, sondern auch die Produktion der dafür benötigten Lebensmittel zu betrachten. Konkret werden sechs Schlüssel-Faktoren für die Umwelt erörtert. Bei diesen müssen wir uns verbesser und sie genau im Auge behalten, da sie momentan negative Auswirkungen auf und und den Planeten haben.

  1. Klimawandel (aka. Treibhausgas-Emissionen)
  2. Einsatz von Stickstoff
  3. Einsatz von Phosphor
  4. Nutzung von Süßwasser
  5. Verlust von Biodiversität
  6. Veränderung von Landschaftens
Die 6 Schlüsselfaktoren der Umwelt
Quelle: Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems

Wie eben bereits geschrieben ist die Agrarindustrie für 30% der Treibhausemissionen verantwortlich. Es kommen aber noch andere Faktoren hinzu. Beispielsweise werden durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten oder die Rodung von Wald weitere Emissionen freigesetzt. Ebenso geschieht das durch das Bestellen von Äckern.

Durch Ackerbau und Lebensmittelproduktion wird zudem Süßwasser aus der Natur entnommen. Das geschieht beispielsweise durch das Anzapfen von Flüssen oder Seen, aber auch durch Regenwasser. 75-84% des global anfallenden entnehmenden Wasserverbrauchs ist auf die Landwirtschaft zurück zuführen.

Des Weiteren werden Stoffe wie Phosphor und Stickstoff oft als Düngemittel eingesetzt und ihr Einsatz wird laut des Reports auch in Zukunft notwendig sein, um 10 Millarden Menschen in Zukunft ernähren zu können. Trotzdem sollten diese Stoffe mit bedacht eingesetzt werden, da sie auch Schäden an der Umwelt verursachen. Sie gelangen in Gewässer und können so für Fischsterben und andere Schäden verantwortlich sein.

Ebenso ist der Erhalt der Biodiversität fundamental für die Balance unserers Ökosystems und ebenso für die Lebensmittelproduktion und somit für uns. Dabei hat das sechste Massensterben bereits begonnen und stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Umwelt und die Produktion von Lebensmitteln dar.

Und auch die Veränderung der Landschaft, primär für landwirtschaftliche Zwecke, muss im Auge behalten werden. Wie bereits beschrieben sorgt sie nicht nur für mehr Emissionen, sondern trägt auch erheblich zum Verlust der Biodiversität bei, da Tieren der Lebensraum genommen wird.

Wir haben also ganz schön viel zu tun, auch unabhängig von der reinen Ernährung. Die Art wie wir Nahrung anbauen und Lebensmittel produzieren muss sich in den nächsten Jahrzehnten radikal ändern, damit wir unser Überleben sichern können.

Welche Auswirkungen hat unsere Ernährung auf uns?

Und damit nicht genug hat nicht nur unsere schlechte Ernährung viele Nachteile für uns, sondern auch die Veränderungen, die wir durch nicht nachhaltiges Wirtschaften an der Natur hervorrufen - die eben aufgezählten Faktoren. Eine ungesunde Ernährung stellt eine größeres Risiko für Erkrankungen und Serblichkeit dar, als Alkohol, Drogen und Tabakkonsum zusammen. Für den Menschen bedeutet das:

  • Unterernährung, Unterentwicklung und Hungereleiden
  • Übergewicht und Fettleibigkeit
  • chronische Erkrankgungen wie Diabetes und Bluthochdruck

Dabei können besonders Hunger, Mangelernährung und frühzeitige Tode durch den Klimawandel hervorgerufen werden. So kann Luftverschmutzung zu Krankheiten wie Astma und eben auch zum frühzeitigen Tod führen. Mangelernährung und Hungersnöte werden durch Extremwetterereignisse wie Dürren, zurückgehende Ernteerträge, Verlust von Biodiversität und sinkende Nährwerte in Lebensmitteln durch erhöhtes CO2 in der Atmosphäre wahrscheinlicher. Die steigenden Temperaturen wiederum würden zu mehr Hitzetoten führen.

Es wird also eins ganz deutlich: Der Klimawandel ist nicht nur eine Umweltkrise, sondern auch eine medizinische. Hinzu kommt, dass wir auch die Frage danach, wie wir 10 Milliarden Menschen ernähren wollen, die voraussichtlich 2050 auf der Erde leben werden.

Die Planetary Health Diet

Ziel der Planetary Health Diet ist es also uns und den Planeten gesund zu halten. Dabei wurde von der Kommission auch berücksichtigt, dass es Unterschiede in der Ernährungweise geben kann, bedingt durch Kultur, Statur und Vorlieben. Deshalb wird in der Ausarbeitung ein Leitfaden vorgegeben und Empfehlungen ausgesprochen, die aber auch leicht angepasst werden können. Folgendes sieht dieser Leitfaden vor:

  1. Protein primär von Pflanzen wie Soja, Hülsenfrüchten, Nüssen, auch mal Fisch
  2. Fett größtenteils von ungesättigten pflanzlichen Quellen, kleine Teile gesättigten Fetts
  3. Kohlenhydrate primär aus Vollkorn, kleine Anteile an raffinierten Körnern und weniger als 5% der Energie von Zucker
  4. Wenigsten fünf Portionen von Obst und Gemüse täglich, nicht enthalten sind dabei Kartoffeln
  5. moderater Konsum von Milchprodukten (optional)

Hier wird sofort eins deutlich: Der Schwerpunkt sollte auf vegetarischer oder sogar veganer Ernährung liegen. Gerade tierische Produkte sind in großen Mengen nicht nur schlecht für unsere Gesundheit (aus verschiedenen Gründen), sondern haben auch deutlich höhere Treibhausemissionen, höheren Wasserverbrauch und Landnutzung.

Die Folgende Grafik soll verdeutlichen, wie eine solche Ernährung aussehen kann:

Der Leitfaden der Planetary Health Diet

Dieser Leitfaden basiert auf einem täglichen Kalorienverbrauch von 2500 kcal und kann je nach Kultur, Vorlieben oder Statur noch angepasst werden. Die EAT-Lancet Commission hat zusätzlich auch noch Empfehlungen für Gramm pro Tag für die einzelnen Kategorien ausgesprochen.

Die gesunde Ernährung mit Empfehlungen zu Kalorien und g/Tag
Quelle: Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems

Einen Großteil bei dieser Ernährung machen Vollkornprodukte wie Reis, Nudeln und Getreide aus, ebenso Hülsenfrüche wie Bohnen, Linsen und Soja. Fette wie Öl machen weiteren großen Bereich aus. Danach kommen Tierische Produkte wie Fleisch, Eier, Fisch und auch Milchprodukte, dann Gemüse und Obst und als Schlusslicht Süßes wie zugesetzer Zucker.

Zu ergänzen ist, dass die tierischen Produkte wohl mit in diesen Leitfaden integriert wurden, damit er für verschiedenen Kulturen angepasst werden kann und vermutlich wegen Vitamin B12. In dem Papier selbst wird aber geschrieben, dass dieses ruhig supplementiert werden kann. Im Rahmen der Planetary Health Diet ist Vegan also sehr gut möglich und auch durchaus gewünscht.

Außerdem fällt auf, dass der Anteil an Obst und Gemüse vergleichsweise gering ist. Das liegt vermutlich daran, dass mit Weizen, Reis sowie Linsen und Bohnen “effizienter” ernährt werden kann. Diese lassen sich in großen Mengen gut anbauen und liefern viel Energie.

Hier nochmal ein Vergleich von den üblichen Ernährungsweise weltweit aus dem Jahr 2016 und wie sie sich für die Planetary Health Diet verändern müssten:

Die Ernährung 2016 im Vergleich zur Planetary Health Diet
Quelle: Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems

Auch hier wird wieder deutlich, dass wir momentan global viel zu viel Fleisch und auch andere tierische Produkte konsumieren. Aber auch stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffel werden zu viel gegessen. Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchte und Nüsse müssen viel mehr gegessen werden.

Mein Fazit

Ich finde bei dieser Ausarbeitung handelt es sich um ein sehr gut erarbeitet Papier. Es werden wichtige Problematiken dargelegt und auch gleichzeitig Lösungen und Strategien angeboten wie eine Transformation des Lebensmittel-Sektors vollzogen werden kann. Die Planetary Health Diet ist dabei die neue Variante von der Ernährungspyramide und sollte schnell verbreitet werden.

Was hältst du von den Empfehlungen und wie ernährst du dich bisher? Will du daran in Zukunft was ändern? Wie bei vielen Dingen denke ich, dass hier jeder etwas für sich und die Umwelt tun kann, aber die grundsätzlichen Veränderungen müssen aus der Politik und der Industrie kommen. Hoffen wir, dass ein Wille dazu in den nächsten Jahren präsent wird.

Hier gibt es noch mehr zum Thema Klima:

Die Ursache des Klima­wandels ist der Mensch

Mein ökologischer Fußabdruck in Punkten

Ist der Diesel wirklich so schlecht wie alle immer sagen?

Bis zum nächsten Mal,

- Sarah

 

Weitere Infos

EAT-Lancet Commission

Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems

Autor Sarah Lettmann

Sarah Lettmann

Hi, ich bin Sarah. Hier auf MinimalWaste schreibe ich über Zero Waste und Minimalismus und gebe Tipps wie man sein Leben nachhaltiger gestalten kann. Mehr über Sarah Lettmann.