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Räum dein Leben auf! Der Guide zum Ausmisten

Wie du endlich Ordnung schaffst und sie auch beibehältst

Räum dein Leben auf! Der Guide zum Ausmisten

Wir sind im neuen Jahr und bei vielen steht bestimmt auch ausmisten auf dem Plan für 2019. Darum gibt es heute einen Guide wie du am besten vorgehst, damit das Ausmisten auch Spaß macht und du mit dem Ergebnis zufrieden bist. Ach ja, und damit du nicht wahnsinnig wirst oder den Verstand verlierst. Denn manchmal hat man so viele Sachen, dass man schier darin unterzugehen scheint. Aber keine Sorge, Ruhe bewahren, Schritt für Schritt vorgehen, dann wird das.

Der Prozess des Ausmistens

Ich bin kein großer Fan der Konmarie-Methode. Das liegt daran, dass ich Ausmisten und Minimalisieren eher als lang anhaltenden Prozess sehen, wohingegen Marie Kondo erreichen will, dass man einmal für das ganze Leben aufräumt. Daher ist in diesem speziellen Fall auch die Methodik nach Kategorien auszumisten sinnvoll, denn so vergisst man nichts.

Allerdings ist das meines Erachtens nach in den seltensten Fällen praktikabel. Wenn man selbst ausmistet, ohne dabei einen Berater an der Seite zu haben, dann muss man sich Stück für Stück vorarbeiten. Außerdem kann es sich auch kaum einer Leisten das komplette Haus für mehrere Wochen auf den Kopf zu stellen - der Alltag muss schließlich auch noch irgendwie bewältigt werden. Deswegen schlage ich was anderes vor.

Die Methodik

Im Gegensatz zu Konmari empfehle ich dir deshalb einmal ein großes Ausmisten zu machen - bei dem du dich aber in kleinen Schritten voran arbeitest. Und dann einmal im Jahr (am besten zum Frühjahrsputz) deine Sachen durchzugehen und das auszusortieren, was du nicht mehr brauchst.

Dadurch hast du die Möglichkeit beim ersten Ausmisten schon eine ganze Menge Dinge loszulassen, die du vielleicht über viele Jahre hinweg angesammelt hast. Danach guckst du jedes Jahr auf eine übersichtlichere Menge und kannst dich fragen wie du diesen Gegenstand im letzten Jahr verwendet hast. Hast du ihn wie vorher angenommen benutzt?

Ich persönlich gehen am liebsten nach Räumen vor und unterteile diese dann noch weiter nach Möbelstücken. Das heißt man nimmt sich einen Raum vor. Wenn dieser nicht besonders groß ist, dann kann man sich auch um alle Stauräume gleichzeitig kümmern. Allerdings neigt man doch immer eher dazu zuerst den Kleiderschrank, dann die Kommode und dann den Bettkasten durch zugucken. Und das ist auch die beste Methode, wenn man viele Stauräume im Raum hat.

Klamotten

Wenn man nicht in einem totalen Chaos lebt, sollte das auch kein Problem sein. Falls man allerdings viele Dinge von etwas an unterschiedlichen Orten hat, wie beispielsweise Bücher, und man sein Bücherregal ausmistet, dann ist es eventuell auch keine schlechte Idee, alle anderen Bücher aus anderen Räumen dazu zu holen.

Mache dir am Anfang am besten eine Liste mit allen Räumen und allen darin vorhandenen Möbelstücken, die Dinge enthalten. Jetzt hast du die Möglichkeit strukturiert vorzugehen und deinen Fortschritt zu sehen. Das kann echt hilfreich sein.

Noch ein Hinweis: Es wird vorkommen, dass du Dinge an Orten findest, wo sie nicht hingehören. Du kannst sie dann gleich durch sehen und Sachen ausmisten, bei denen du dir sofort sicher bist. Den Rest solltest du aber dann an einen passenden Ort bringen - auch wenn das heißt, dass du die Dinge später nochmals durchgehen wirst. Sinn dahinter ist, dass du nach dem Ausmisten gleich einen festen Platz für alles hast.

Wenn du Beispielsweise aus irgendeinen Grund Bücher im Kleiderschrank stehen hast, dann räume sie in das Bücherregal im Wohnzimmer. Dabei kann es natürlich sein, dass dein Bücherregal überquillt. Dann wäre es ein cleverer Schritt das als nächstes durchzugehen. Du hast ja deinen Liste und wirst so den Überblick nicht verlieren.

Hier noch ein paar Gedanken, wenn du fleißig am Ausmisten bist:

  • Was miste ich gerade aus? Beispiel: Kleiderschrank
  • Was befindet sich darin? Beispiel: Kleidung von mir, Koffer, Krimskrams
  • Was soll in Zukunft dort seinen festen Platz haben? Beispiel: Nur die Kleidung.
  • Habe ich davon irgendwo noch mehr? Ja, also alles herbei holen.

Das 5-Minuten Ausmisten

Selbst wenn du regelmäßig ausmistest, kann es sein, dass du zwischendurch das Gefühl hast, dass du mal wieder könntest. Oder aber du gestaltest dein jährliches Ausmisten einfach hocheffizient. Jeder wie er mag. In beiden Fällen ist das 5-Minuten Ausmisten gut geeignet.

Das funktioniert folgendermaßen: Du nimmst dir eine große Kiste, wie z.B. eine alte Umzugskiste, eine Lagerbox, ein Wäschekorb, einen Schuhkarton (wenn du nicht viel Platz brauchst) oder was dir auch beliebt oder zur Verfügung steht. Dann gehst du durch dein Haus/deine Wohnung und nimmst alles mit, dass dir in den Sinn kommt. Gehe grob durch Schränke, Schubladen und über Regale und packe alles ein, dass dir auffällt.

Bücher, Spiele und Kleinkram

Hintergrund ist der, dass jeder nach einer gewissen Zeit ein paar Dinge im Hinterkopf hat, bei denen er sich sicher ist, dass sie weg können. Diese Dinge kannst du mit der 5-Minuten Methode ganz einfach und schnell einpacken.

Zugegeben, das ist eher was für geübte Ausmister, die nicht mehr bei jedem Teil überlegen müssen, ob sie das noch haben wollen.

Eine andere Möglichkeits wäre übrigens auch, immer eine Kiste in einem Raum stehen zu haben. Dann kannst du jedes Mal, wenn dir etwas auffällt, etwas kaputt geht oder ersetzt wird, das Ding gleich in die Kiste packen. Wenn die Kiste voll ist, dann wird alles entsorgt/verkauft/gespendet.

Der Sinn dahinter

Jetzt sind wir geübt im Ausmisten, haben eine aufgeräumte Wohnung, aber wozu machen wir das eigentlich?

Der Gedanke hinter dem Ausmisten oder Minimalismus im Allgemeinen ist, dass zu viel Kram, der herumsteht oder liegt, viel zu viel von unserer Zeit beansprucht. Jedes Ding braucht Aufmerksamkeit und muss gepflegt werden. Gleichermaßen zieht jedes Ding, dass wir auf dem Regal stehen haben unseren Fokus an und kann somit dafür sorgen, dass wir abgelenkt sind. Es kann auch sein, dass unsere Gedanken ständig darum kreisen welches neue Technik-Gadget oder Küchen-Helferlein wir uns als nächstes kaufen sollen.

Das alles frisst unsere Aufmerksamkeit, unsere Konzentration, unsere Hirnkapazität.

Ich spreche da aus Erfahrung. Selbst in meiner kleinen Studentenbude mit 25m² hatte ich schon so viel Zeug zusammengekauft, dass es mich erdrückt hat. Ich habe mir ständig Gedanken gemacht, was ich noch kaufen könnte, welches Buch ich im Regal stehen haben will, welche Dinge noch für die Küche brauche, usw. Jeden Monat habe ich, mit dem wenigen Geld das ich hatte, auf Amazon bestellt.

Gitarre

Im Nachhinein macht mich das traurig, weil ich soviel unnütze Sachen gekauft habe, die ich zu einem großen Teil gar nicht mehr besitze, weil ich sie eben nicht gebraucht habe. Aber auch der Gedanke an das viele Geld, das den Bach runtergegangen ist, ist schwer zu ertragen.

Sinn des Ausmistens ist es auch, von dem Konsumwahn wegzukommen und sein Kaufverhalten zu ändern. Mal zu hinterfragen, ob man das wirklich braucht, statt gleich zuzuschlagen. Einfach mal eine Nacht drüber schlafen. Einfach mal nicht auf die Angebote aus den Prospekten eingehen. Auch mal zufrieden sein mit dem was man hat.

Natürlich führt man sich verführt, dass ist ja der Sinn von Marketingstrategien, die täglich an allen Ecken und Enden auf uns einprasseln. Je länger man sich in Minimalismus übt, desto leichter fällt es einem dabei Ruhe zu bewahren.

Ich habe das geschafft und kaufe heute nur noch wenige Dinge. Und es geht mir damit besser denn je.

Zusammen­fassung

  • ein großes, aber schrittweises Ausmisten
  • dann jedes Jahr erneut entrümpeln (Frühjahrsputz)
  • nach Räumen und darin befindlichen Möbelstücken vorgehen
  • am besten Liste anlegen
  • Dinge, die in das Möbelstück gehören, das du ausmistest, herbei holen (Bücher für Bücherregal)
  • Dinge, die nicht in das Möbelstück gehören, das du ausmistest, dorthin bringen wo sie hingehören
  • 5-Minuten Ausmisten für das schnelle Entrümpeln zwischendurch

Nachdem du jetzt weißt, wie du einfach ausmisten kannst, wünsche ich dir viel Spaß dabei und hoffe, dass es für sich das gleiche tun kann wie für mich. Lass mich gerne wissen, welche Erfahrungen mit Minimalismus und Entrümpeln du schon gemacht hast. Meine Erfahrungen findest du hier:

Leben in der Konsumgesellschaft: Warum ist das so?

Wie passen Zero Waste und Minimalismus zusammen?

Unsichtbare Unordnung: Dokumente Strukturieren

Ich wünsche dir noch eine wundervolle Woche und bis zum nächsten Mal.

- Sarah

Autor Sarah Lettmann

Sarah Lettmann

Hi, ich bin Sarah. Hier auf MinimalWaste schreibe ich über Zero Waste und Minimalismus und gebe Tipps wie man sein Leben nachhaltiger gestalten kann. Mehr über Sarah Lettmann.

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