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Unsichtbare Unordnung: Abonnements, Konten und Tarife

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Letzte Woche haben wir uns ja schon deiner Dokumente angenommen. Diese Woche ist der fiese Kleinkram dran. Diese Dinger sind wirklich nervig, denn meistens fressen sie auch noch heimlich still und leise ein Loch in deinen Geldbeutel.

Wir widmen uns also heute konkret: Bankkonten, E-Mail Adressen, Abonnements, Newslettern, Tarifen, Sim-Karten, Passwörtern sowie Vereins- und Clubmitgliedschaften.

Und falls du den ersten Teil verpasst hast: Unsichtbare Unordnung: Dokumente Strukturieren

Warum sollte man solche Dinge loswerden?

Konten, Tarife, Abonnements, usw. sollte man sich öfter mal anschauen und hinterfragen, ob man sie noch braucht. Denn schnell fliegt so Geld zum Fenster raus.

Bestes Beispiel: Die Mitgliedschaft im Fitnesscenter, die im Januar abgeschlossen wurde und zwei Jahre später immer noch läuft, obwohl du sie höchstens einen Monat lang in Anspruch genommen hast. Lüg dir nicht selbst in die Tasche! Das kostet bares Geld!

Es kann aber auch sein, dass dich diese Dinge nicht unbedingt Geld kosten, dafür aber nerven. Oft schaffen zu viele Sim-Karten, E-Mail Adressen oder Bankkonten Verwirrung. Man ist sich nie ganz klar, was wofür verwendet wird und hat sich auch noch zusätzliche Kundennummern, Passwörter und PINs zu merken.

Wie kann man jetzt also dagegen angehen?

Checke deine Anforderungen

Zuerst musst du dir darüber klar werden, was du wirklich brauchst. Damit dir das leichter fällt, werde ich dir mal ein paar Beispiele für die einzelnen Kategorien zur Seite stellen.

Vereins- und Clubmitgliedschaften: Ich habe schon oft darüber nachgedacht mich im Fitnessstudio anzumelden. Aber ich weiß sehr gut, dass ich das nicht nutzen würde, weil ich es gerne unkompliziert habe. Deshalb greife ich stattdessen zum klassischen Joggen im Park und Workouts zu Hause. Denn, ja, auch das geht wunderbar 🙂 .

Oder bezahlst du immer noch für Musik- oder Sprachunterricht, den du aber nicht wahrnimmt? Dann versuch es doch mal mit YouTube-Videos oder Apps. So kannst du leicht von zu Hause lernen und herausfinden, ob es dir nur zu umständlich war zum Unterricht zu gehen oder du keine Lust auf das Instrument/die Sprache an sich hast.

Zeitschriften/Werbung: Solltest du noch zu denen gehören, die Zeitschriften geliefert bekommen, dann kann ich dir nur sagen: Es gibt bessere Alternativen. Probier beispielsweise Onlineangebote wie die OnLeihe der örtlichen Bücherei oder bestell die Zeitschriften gleich ganz ab. Du kannst sie immer noch am Kiosk kaufen.

Von Werbeflyern und Katalogen halte ich auch nicht viel. Diese Angebote gibt es heute alle online und dafür muss kein Papier mehr verschwendet werden. Zudem finde ich es einfach unangenehm so viel Werbung in mein Leben zu lassen. Das verführt nur. Besser eine Einkaufsliste schreiben und dann gucken ob irgendwas von den benötigten Sachen im Angebot ist.

Alles wozu du dich irgendwann mal angemeldet hast: Du solltest regelmäßig checken, ob du diese Angebote noch nutzt. Häufig melden wir uns für kostenpflichtige Dienste auf Websites an und nutzen diese nach ein paar Monaten nicht mehr. Das frisst ein Loch in den Geldbeutel und muss nicht sein! Frage dich also regelmäßig ob du die Premium Vorteile bei der Online Zeitung deiner Wahl noch brauchst oder ob du diese Lernplattform immer noch nutzt. Wenn nicht, meld dich ab oder geh zum kostenlosen Modell zurück!

Weitere Beispiele dafür sind: Audible, Spotify, Amazon Prime, Netflix, Soundcloud, Google Musik, Skillshare, …

Bankkonten: Um Ordnung in deine Finanzen zu bekommen, gilt es erstmal Ordnung in die Verwaltung zu bekommen. Weniger Konten geben dir eine bessere Übersicht. Ich empfehle ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto zum Sparen.

Mein Freund und ich haben außerdem noch ein gemeinsames Konto über das alle Transaktionen laufen, die gemeinsame Kosten betreffen. Dazu zählen Miete, Nebenkosten, Strom, Internet, Geld für Lebensmittel usw. Somit müssen wir nicht immer alles auseinander rechnen. Auch ein gemeinsames Sparkonto haben wir, um für Urlaube oder größere Anschaffungen zu sparen.

Handys/Simkarten: In der Regel braucht man davon nur eins. Falls du selbstständig bist oder deine Firma dies vorsieht, ist es allerdings ratsam noch ein separates Diensthandy zu haben. Falls du eins deiner Handys loswerden willst, dann guck doch mal bei reBuy vorbei. Dort kannst du übrigens auch gebrauchte Handys kaufen.

Für die Nutzung von mehreren Handys, wäre es schlau, den gleichen Anbieter zu verwenden, damit du dir keine separaten Anmeldedaten oder Ähnliches merken musst.

E-Mail Adressen: Sowas sammelt sich schneller an, als man glaubt. Auch hier kann es sein, dass du eine separate Mail Adresse für dienstliche Zwecke benötigst. Aber für den privaten Gebrauch, sollte eine reichen. Ich habe drei E-Mail Adressen: eine private, eine für MinimalWaste und eine Google Mail (die braucht man zwingend, wenn man die Dienste von Google nutzen will, also auch für Android auf dem Smartphone).

Die Google Adresse benutze ich nicht, um mich bei Diensten oder Apps anzumelden. Sie existiert einfach nur. Die persönliche Mail Adresse sollte die sein, die du in der Regel für Anmeldungen auf Websites oder Apps verwendest.

Falls du nach dem Ausmisten trotzdem noch mehrer E-Mail Adressen übrig hast, dann rate ich dir, sie in Thunderbird/Outlook einzubinden, damit du alle an einem Platz hast. Für Android gibt es dafür die App TypeApp.

Newsletter: Wirklich nervig können Newsletter werden. Sieh zu, dass du dich direkt, wenn etwas ungeliebtes reinkommt, abmeldest oder es in den Spam-Ordner verschiebst. Mit der Zeit wird sich die Anzahl der E-Mails verringern, die du jeden Tag bekommst und nur das wichtige wird übrig bleiben.

Wie kann man sonst noch Geld sparen?

Kleinvieh macht auch Mist! Dieser Satz ist leider viel zu wahr und man sollte ihn immer im Hinterkopf haben. Auch deine Tarife für das Handy, Internet, Fernsehn, Strom usw. solltest du durchsehen und hinterfragen.

Brauchst du die All-Net-Flat fürs Handy oder telefonierst du eigentlich kaum? Nutzt du den Fernseher noch richtig oder guckst du lieber Serien auf Netflix? Oder Dokus in der Mediathek? Gibt es einen günstigeren Stromtarif in deiner Umgebung? Das sind alles Einsparpotenziale, also sieh dich am besten mal um.

Als ich damals meine Finanzen akribisch durchgegangen bin, ist mir aufgefallen, dass wir ziemlich viel für unser Auto bezahlen, dieses aber kaum nutzen. Und als wir dann in die Stadtmitte gezogen sind, war es beschlossen: Das Auto musste weg. Heute sind wir trotzdem noch mobil, dank Carsharing Angeboten. Und das beste: Wir bezahlen nur dann, wenn wir ein Auto wirklich nutzen. Das spart uns gute 100 € im Monat (Da sind regelmäßig anfallende Reparaturen nicht mit eingerechnet. Und die kommen. Ganz sicher.).

Nie wieder Passwort-Chaos

Um dir das Leben noch ein bisschen leichter zu machen, habe ich jetzt noch einen tollen Tipp für dich. Oder besser gesagt sogar zwei. Erstens: Du brauchst Passwort-Templates. Zweitens: KeePass.

Ein Passwort-Template ist sozusagen ein Grundgerüst für deine Passwörter. Einige Teile sind dann bei jedem Passwort gleich, andere unterscheiden sich und enthalten einen dienst- oder website-spezifischen Buchstaben oder Zahlen. So musst du dir nur ein Schema einprägen und nicht 100 verschiedene Passwörter.

Es ist sinnvoll für private und dienstliche Zwecke unterschiedliche Templates zu entwickeln. Aber wie macht man das jetzt genau?

Zuerst mal solltest du wissen, was ein gutes Passwort ausmacht. Es sollte kleine und große Buchstaben enthalten sowie Zahlen und Sonderzeichen. Außerdem sollte es von einer gewissen Länge sein. Gängig sind mindestens acht Zeichen.

Am besten funktioniert die Konstruktion eines solchen Templates so:

  • Denk dir einen mittellangen Satz aus (mindestens acht Wörter)
  • Schreibe den Anfangsbuchstaben jedes Wortes auf
  • Überlege dir alternative Zeichen für diese Buchstaben (aus t wird ein +, aus E eine 3, aus a ein @)
  • Probier ein bisschen rum und versuche eine gute Mischung zwischen Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen und Zahlen zu finden
  • Diese Sequenz kannst du nun als Grundlage verwenden
  • Für jeden Dienst kannst du jetzt beispielsweise den Anfangsbuchstaben verwenden und mit (oder ohne) einem Trennzeichen davor, dahinter oder auch auf beiden Seiten der Sequenz platzieren

Hier ein Beispiel mit dem Satz “Aus diesem Satz wird jetzt ein Passwort Template.”. Daraus ergibt sich die Sequenz “AdSwjePT” woraus man “4d$w;eP7” machen könnte. Sieht kompliziert aus, kann man sich aber relativ leicht merken, wenn man den Satz im Kopf hat. Für Facebook könnte das fertige Passwort dann so aussehen: 4d$w;eP7-fb. Fertig!

Du kannst natürlich noch weiter damit rumspielen, aber das ist zumindest die Grundidee.

Was jetzt noch fehlt ist ein zentraler Speicherort für all deine Passwörter (für den Notfall) und sonstige wichtige Daten wie Kontonummern, Kundennummern, PINs, PUKs usw.

Dafür empfehle ich dir das Programm KeePass. Das gibt es für PC und Android und ist eine Datenbank für Passwörter. Nach Kategorien sortiert kann man alle seine wichtigen Daten anlegen und mit Doppelklick auf Passwort oder Nutzername diese gleich kopieren und einfügen. Ich nutze das neuerdings und besonders für Kundennummern und solche Sachen, die man sich nicht gut merken kann, finde ich es ziemlich gut.

 

Damit wäre ich am Ende diese wirklich überhaupt nicht, viel zu lang gewordenen Beitrags. Puhh… Ich hoffe du konntest daraus einiges mitnehmen und es spart dir in Zukunft Geld, Zeit und Nerven 🙂 . Bis nächste Woche

– Sarah

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Hi, ich bin Sarah. Ich mag gutes Essen, meinen kleinen Kräutergarten, Eulen und minimalistisches Design. Auf meinem Blog schreibe ich über Minimalismus und Zero Waste und gebe Tipps wie man Müll vermeiden und seinen Konsum nachhaltiger gestalten kann.

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