Minimalismus, Zero Waste
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Wie passen Zero Waste und Minimalismus zusammen?

Seit ich so richtig mit Zero Waste losgelegt habe, kam mir immer wieder folgender Gedanke: Ein richtig krasser Minimalist würde das wahrscheinlich anders machen. Wo liegen also große Unterschiede zwischen Minimalismus und Zero Waste und wo ergänzen sich diese beiden Lebensstile? Irgendwie finde ich das Thema spannend, deshalb werde ich dir das mal in ein paar Punkten erörtern.

Das hier ist allein meine persönliche Meinung und die Punkte beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen. Ich will damit niemanden in eine Schublade stecken, ich hatte nur Spaß daran Vergleiche zu ziehen. Also nimmst locker, wenn du irgendwas anders siehst. Auch ich weiß, dass es da genug Gegenbeispiele gibt.

Die Unterschiede

Vorratshaltung
Bei der Vorratshaltung geht es bei der Müllvermeidung um eins: Vorbereitung. Man sollte die Gefäße da haben, sie mit zum Einkaufen nehmen und sie dann schön gefüllt wieder zu Hause ins Regal stellen. Ich denke als richtig krasser Minimalist würde man auf diese Gefäße verzichten und stattdessen die geöffneten Packungen einfach so aufbewahren. So muss man keine zusätzlichen Besitztümer anschaffen.

Ausmisten
Bei vielen die Ausmisten gilt es nur, das Zeug irgendwie los zu werden. Und ein bisschen kann ich das auch verstehen, denn es können schließlich Berge sein, mit denen man sich rumschlagen muss. Da für jedes Teil die passende Methode zu finden, einzeln zu verkaufen oder zu verschenken kann anstrengend sein. Auch ich habe am Anfang viele Dinge gedankenlos weggeworfen. Wenn ich heute allerdings ausmiste, mache ich das nicht mehr, sondern spende 99% der Dinge oder verkaufe sie – es sei denn sie sind wirklich kaputt und nicht zu reparieren.

Besitz
Das ist ein wirklich schwieriger Punkt. Als Minimalist bin ich einerseits der Ansicht, dass ich mich nicht an Dinge binden muss und wenn ich etwas nicht habe und plötzlich brauche, können die meisten Dinge mit maximal 20€ geregelt werden. Im Sinne der Nachhaltigkeit will ich aber natürlich nicht immer alles neu kaufen – es ist also eine Gratwanderung.
Das ganze kann man auch noch weiter spinnen. Um Müll zu vermeiden haben wir Stoffservietten und -taschentücher. Als reiner Minimalist würde man sich sowas vielleicht nicht unbedingt anschaffen, sondern lieber auf Wegwerfprodukte setzen. Ich bin aber natürlich für die nachhaltige Variante.

Design
Während Zero Waste eher einen natürlichen Stil verfolgt, kann minimalistisches Design schon sehr futuristisch aussehen. Während ich meine Wohnung niemals mit alten Holzmöbeln zustellen würde, finde ich den modernen Look sehr angenehm, weil er sehr aufgeräumt wirkt. Eine Zeit lang war ich wirklich sehr versessen darauf. Inzwischen finde ich die Kombination von Alt und Neu sehr schön. Sprich, Häuser mit Fachwerk-Optik, die aber modern eingerichtet sind, modernes Design, das immer mal wieder natürliche Elemente integriert hat, usw.

DIY
Minimalisten sind keine Do-It-Yourself-er! Da bin ich mir inzwischen relativ sicher. Minimalismus zielt eher darauf ab, dass das Leben vereinfacht wird. DIYs passen da nicht so richtig rein. In der Zero Waste Community hingegen ist Selbstgemachtes weit verbreitet – ja fast schon überlebenswichtig (Bitte nicht zu ernst nehmen!). Denn wenn es keinen Laden in der Nähe gibt, der entsprechende Angebote für Kosmetikprodukte oder ähnliches hat, dann kann man die Zutaten nur in großen Mengen kaufen und alles selbst zusammen rühren.

Die Gemeinsamkeiten

Kaufverhalten
Bei beiden Lebensstilen schraubt man den Konsum stark zurück. Schließlich entsteht da wo man viele Dinge kauft auch wieder Müll und/oder unnötiges Zeug, was dann zu Hause rum steht. Man überlegt sich also sehr gut, was man kauft und was nicht. Das wirkt sich natürlich auch auf die Qualität der Produkte aus – es gilt Qualität über Quantität. Wenn man nicht nur minimalistisch unterwegs ist, sondern auch auf Nachhaltigkeit bedacht, dann wird auch eher mal zur nachhaltig und fair produzierten Klamotte gegriffen oder es werden natürliche Materialien gewählt.

Nachhaltigkeit
Da ist nichts dran zu rütteln: Sowohl Minimalismus als auch Zero Waste tun was für die Umwelt. Das liegt beim Minimalismus größtenteils am gedrosselten Konsum, bei Zero Waste trägt das ganze bekanntlichermaßen noch ganz andere Früchte. Was ich schön finde ist, dass sich auch in der Community der Minimalisten, aktiv Gedanken um Nachhaltigkeit gemacht wird.

Ästhetik
Ich persönlich finde Zero Waste sieht einfach wahnsinnig schön aus. Die natürlichen Materialien und frischen Lebensmittel machen wirklich einiges her. Und da ist es dem Minimalismus nicht ganz unähnlich. Viele Minimalisten (ich schließe mich da nicht aus) lieben leere Oberflächen, weiße Möbel und eine schlichte Ästhetik. Zero Waste passt dazu wirklich gut.

Geld
Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält: Zero Waste spart Geld. Genauso wie beim Minimalismus ist dafür in erster Linie das veränderte Konsumverhalten verantwortlich. Weniger kaufen spart Geld. Außerdem verlagern sich die Ausgaben in mancher Hinsicht. Es wird nicht mehr so oft so viel billiges Zeug gekauft, sondern selten, dafür weniger und von höherer Qualität. Das gilt auch für die Lebensmittel. Junk-Food ist teuer und wenn man ein ähnliches Gericht selbst in größerer Menge kocht, kommt man in der Regel günstiger dabei weg. Da fällt es auch nicht so sehr ins Gewicht, dass man für die Bio-unverpackten Zutaten etwas mehr bezahlt.
Außerdem könnte man auch die gesündere Ernährung mit den gesparten medizinischen Kosten ins Verhältnis setzen, aber das Fass mach ich jetzt nicht auf. Zu gesunder Ernährung durch Zero Waste gibt es nächste Woche einen Post 😛 .

 

Diese beiden Lebensstile unterscheiden sich in vielen Dingen stark und in anderen Aspekten reichen sie sich perfekt die Hand. Ich finde das der richtige Weg – wie bei so vielem – irgendwo in der Mitte liegt. Und es kommt auch darauf an, was du aus diesen Lebensstilen machst. Sie sollten einen Anreiz bieten, Dinge besser zu machen und dazu anregen unsere Verhaltensweise zu überdenken, aber letzten Endes liegt es an dir. Was davon kann ich in meinem Alltag umsetzen? Welche Möglichkeiten habe ich? Womit fühle ich mich wohl? Lass dir nichts aufzwingen. Mach es so, wie es sich für dich richtig anfühlt! Bis zum nächsten Mal

– Sarah

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Kategorie: Minimalismus, Zero Waste

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Hi, ich bin Sarah. Ich mag gutes Essen, meinen kleinen Kräutergarten, Eulen und minimalistisches Design. Auf meinem Blog schreibe ich über Minimalismus und Zero Waste und gebe Tipps wie man Müll vermeiden und seinen Konsum nachhaltiger gestalten kann.

4 Kommentare

  1. Also ich kenne nur nachhaltige Minimalisten, daher kann ich viele deiner Punkte nicht nachvollziehen. Deine Ausführungen erinnern mich eher an das Bild vom Minimalismus, wie es die Minimalists aus Amerika zeigen, mit wegwerfprodukten und null umweltbewusstsein. In der Realität kenne ich solche Menschen nicht. Da ich einen Stammtisch für Minimalisten organisiere, hab ich schon ein gutes Bild, wie die Minimalisten ticken. Woher kommen deine Informationen?

    • Hi Sabrina,

      das sind allgemeine Eindrücke gewesen aus YouTube Videos oder von anderen Blogs. Wie ich aber geschrieben habe, sollte das kein akribisch recherchierter Artikel sein, sondern eher ein bisschen lustig. Ich will damit niemanden angreifen oder in eine Schublade stecken. Ich selbst falle ja auch vollständig aus dem Raster. Trotzdem vielen lieben Dank für deinen Kommentar.

      Sarah

      • Hey Sarah,
        sehr schön geschriebener Artikel. Es gibt tatsächlich viele unterschiedliche Formen von Minimalisten. Ich kenne genug Personen, die wenig besitzen und trotzdem viel kaufen und wegwerfen. Zum Thema minimalistische Stammtische kann ich nur, dass das eher Ökos als Minimalisten sind. Es gibt viele Formen, weshalb ich deinen Artikel sehr passend finde.

        • Hi Julian,

          ja ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es da ganz unterschiedliche Ausprägungen gibt. Da ich mich sowohl mit Zero Waste als auch Minimalismus beschäftige, gibt es für mich viele interessante Facetten der beiden Lebensstile, die ich mal beleuchten wollte.

          Liebe Grüße,
          Sarah

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